Luz González – Bi Gezur (Plattentaufe)

«This is a story about bodies/morphing, merging/brutally separating/becoming landscape», steht auf dem Cover. Bi Gezur zeigt, wie Körper entstehen, verschmelzen und auseinanderbrechen, um schliesslich selbst zu Landschaft zu werden. Diese Klanglandschaft ist voller Zorn, Sanftheit und Lebensfreude. Bi Gezur heisst auf Baskisch zwei Lügen und scheint der Zuhörer*in zu sagen: «Das ist nicht das, was es zu sein scheint». Die Musik oszilliert zwischen Abstraktion und Erzählung. Peitschende Rhythmen, komplexes Sounddesign und ständige Verzerrungen bilden eine Klangwelt jenseits aller Genres. Luz González konzentriert sich dabei auf die Körperlichkeit des Klangs. Geräusch, Rhythmus und Harmonie verwachsen zu etwas Drittem – Musik als Skulptur, als Raum, als lebendige Substanz.

Luz González versteht Klang als ein physisches Phänomen, das mit dem ganzen Körper und nicht nur mit den Ohren wahrgenommen wird. Ihre Musik bewegt sich somit an der Schnittstelle zwischen präzisem Sounddesign und improvisatorischer Offenheit und erforscht die Interaktion zwischen Instrumenten, Raum und Publikum. Diese Dynamik schafft ein multisensorisches Erlebnis, das über die reine Klangwahrnehmung hinausgeht.

González ist vielfältig musikalisch tätig: Mit der Szenografin Annatina Huwiler erforscht sie interdisziplinäre Klangobjekte, im elektroakustischen Duo Minten & González arbeitet sie mit der Klarinettistin Rebeca Minten, und mit dem Pianist Ueli Kempter im ebenfalls elektroakustischen Duo Go/u.k. Sie ist Gastkünstlerin beim Ensemble IPSO, mit dem zeitgenössischen Trio Tramontana hat sie das Stück Superorganismus entwickelt.

Für das Konzert in der Dampfzentrale gestaltet der Lichtkünstler Jonas Fehr ein minimalistisches Lichtdesign, das den Raum als bewegliche Ebene in die musikalische Dynamik einbezieht. Mit fast zwanzig Jahren Erfahrung in Live-Performance-Umgebungen verbindet er visuelle Komposition und Technologie zu präzisen Arbeiten, die Klang in eine sinnlich erfahrbare Lichtbewegung übersetzen. Durch die Zusasmmenarbeit von Jonas Fehr und Luz González verdichten sich Klang und Raum und werden körperlich spürbar. Es entstehen Atmosphären und Spannungsfelder, als feine, visuelle Resonanz des Hörens. Das gemeinsame Interesse an architektonischen Landschaften, Skulpturen und Raum bildet die Grundlage dieser Zusammenarbeit, in der sich Klang und Licht gegenseitig zuhören.

– Programmbeschrieb Dampfzentrale

People involved
Luz González – composition, sound
Jonas Fehr – light, scenography

Pius Bacher – Pictures

Performances
Dampfzentrale, Bern (CH) – 6. Dezember 2025

Links
https://luzgonzalez.art/
Album Bi Gezur – Bandcamp

Special Thanks
Fabian Imfeld for his special strob
Stadt Bern, Kanton Bern, Burgergemeinde Bern, Bürgi Willert Stiftung, Gesellschaft zu ober-gerwern, Gesellschaft zu Zimmerleute, Gesellschaft zu Mittellöwen